Zweiter mutmaßlicher Pestertod in der russischen Region Irkutsk gemeldet
Russischen Medien zufolge gibt es einen zweiten Todesfahl durch mutmaßliche Lungenpest in Irkutsk – Tage nach dem Tod einer Labormitarbeiterin, während die britische Gesundheitsbehörde weitere Informationen anfordert.
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Eine zweite Person ist gestorben, nachdem sie sich in einem Krankenhaus in der russischen Region Irkutsk mit mutmaßlicher Lungenpest infiziert hatte, wie russische Medien berichteten. Dies geschah Tage, nachdem eine Labormitarbeiterin eines Pest-Forschungsinstituts an derselben mutmaßlichen Krankheit gestorben war.
Der erste Todesfall betraf Daria Shipilova, eine 28-jährige Laborassistentin am Forschungsinstitut für Pestbekämpfung in Irkutsk, die am 29. September mit einer schweren Lungenentzündung „unbekannter Herkunft“ ins Krankenhaus eingeliefert worden und am 1. Oktober gestorben war, berichtete der Daily Mirror. Russische Behörden erklärten, sie hätten keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass ihre Erkrankung durch einen der Erreger verursacht wurde, mit denen sie arbeitete; Medienberichte deuten jedoch darauf hin, dass sie beim Sammeln von Proben möglicherweise versehentlich ein Reagenzglas mit lebenden Pestbakterien zerbrochen haben könnte.
Fast 200 Personen, die Kontakt zu Shipilova hatten, wurden unter Quarantäne oder Beobachtung gestellt, und mehrere Krankenhäuser in Irkutsk wurden geschlossen, so der Daily Mirror. Russlands Gesundheitsaufsicht erklärte am Dienstag, unter den Kontaktpersonen Shipilovas seien keine Pestfälle festgestellt worden, und etwa 60 % der unter Quarantäne Gestellten seien inzwischen wieder entlassen worden.
Die britische Gesundheitsbehörde (UK Health Security Agency) teilte mit, sie wolle über die Kanäle der Internationalen Gesundheitsvorschriften nähere Informationen einholen, um die Berichte zu überprüfen. Das Risiko für die breitere britische Bevölkerung bleibe „sehr gering“, sagte der Direktor der Behörde für globalen Gesundheitsschutz, Chris Lewis. US-Präsident Donald Trump sagte, er beobachte die Situation genau und die USA seien bei Bedarf bereit zu helfen, auch wenn er die Angelegenheit nicht direkt mit Präsident Wladimir Putin besprochen habe.
Ein lokaler Gouverneur hatte die Pest als mögliche Ursache für Shipilovas Tod genannt, so der Russland-Korrespondent des Schweizer Senders SRF laut RSI News, obwohl die russischen Behörden weiterhin darauf bestehen, dass keine mit ihrer Arbeit verbundenen Erreger in ihrem Körper gefunden wurden.
Was wir wissen
- Eine zweite Person ist in der russischen Region Irkutsk an einer mutmaßlichen Lungenpest gestorben, wie russische Medien berichteten.
- Das erste Todesopfer, die 28-jährige Laborarbeiterin Daria Shipilova, starb am 1. Oktober, nachdem sie mit einer Lungenentzündung unbekannter Ursache ins Krankenhaus eingeliefert worden war.
- Fast 200 Kontaktpersonen wurden unter Quarantäne gestellt und mehrere Krankenhäuser geschlossen; russischen Behörden zufolge wurden seither etwa 60 Prozent wieder entlassen.
- Die britische Gesundheitsbehörde erklärte, das Risiko für die britische Öffentlichkeit bleibe sehr gering, man bemühe sich jedoch um weitere Informationen.
- Russische Beamte erklären, es gebe keine Beweise dafür, dass Shipilovas Erkrankung mit den Erregern zusammenhängt, mit denen sie gearbeitet hat.
Noch nicht bestätigt
- Ob die Erkrankung offiziell als Pest bestätigt ist, steht laut russischen Behörden noch nicht fest.
- Details zu dem zweiten gemeldeten Todesfall, einschließlich der Identität der verstorbenen Person und des genauen Zeitpunkts, wurden nicht bestätigt.
Warum das für Europa wichtig ist
Lungenpest verläuft unbehandelt fast immer tödlich, breitet sich relativ leicht zwischen Menschen aus und lässt sich bei rechtzeitiger Erkennung mit Antibiotika behandeln. Der Fall hat Aufmerksamkeit erregt, weil Shipilova an einem Spezialinstitut geforscht hat, das sich mit der Krankheit beschäftigt, und weil russische Behörden in der Vergangenheit Probleme im Bereich der öffentlichen Gesundheit oft heruntergespielt haben. Dies veranlasst internationale Organisationen wie die WHO und die EU, die Situation genau zu beobachten.
Quellen
Fragen und Antworten
- Wo sind die Pestfälle aufgetreten?
- In einem Krankenhaus in der russischen Region Irkutsk in Sibirien, nachdem dort eine Laborarbeiterin gestorben war.
- Wie viele Menschen wurden unter Quarantäne gestellt?
- Fast 200 Kontaktpersonen wurden unter Quarantäne oder Beobachtung gestellt, und mehrere Krankenhäuser in Irkutsk wurden geschlossen.
- Besteht ein Risiko für das Vereinigte Königreich oder Europa?
- Die britische Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency teilt mit, dass das Risiko für die britische Öffentlichkeit „sehr gering“ bleibe, man jedoch weitere Informationen einhole.
